morphologische filmanalyse

Die Originalseite zum Thema morphologische filmanalyse: Film-Künste-TV-Shows, 3-937231-82-X ISBN 393723182X, Spielfilm, Schauspiel, Literatur, Bildende Kunst, Film, Fernsehen, Lutz Haucke

Film & Kunst & TV-Showsmorphologische filmanalyse L1


  • LUTZ HAUKE
  • FILM-KÜNSTE-TV-SHOWS
  • Film- und fernsehwissenschaftliche Studien. Auswahl 1978 – 2004.
  • Rhombos-Verlag, 2005.
  • 458 Seiten.
  • ISBN: 393723182X.
  • Preis: 36,00 €.
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Film-Künste-TV-Shows, 3-937231-82-X ISBN 393723182X, Spielfilm, Schauspiel, Literatur, Bildende Kunst, Film, Fernsehen (Thema: morphologische filmanalyse)

Kurzbeschreibung

Filmgeschichtliche Schwerpunkte sind die Stummfilmgeschichte und die Tonfilmumstellung 1929 sowie die Neuen Wellen in Osteuropa (1959 – 1972) und die DEFA-Geschichte der 80er und frühen 90er Jahre.

Klappentext

Filmwissenschaft wird in diesem Sammelband als Baustein der Medienwissenschaft verstanden. Mit diesem Wissenschaftsverständnis trifft der Autor auf die in den letzten Jahren an den Universitäten in der BRD vollzogene Erweiterung der Institute für Filmwissenschaft zu Instituten für Medienwissenschaft. Filmgeschichtliche Schwerpunkte sind die Stummfilmgeschichte und die Tonfilmumstellung 1929 sowie die Neuen Wellen in Osteuropa (1959 -1972) und die DEFA-Geschichte der achtziger und frühen neunziger Jahre. Den Wechselbeziehungen – getragen von Intermedialitätskonzepten – zwischen Spielfilm, Schauspiel, Literatur, Bildender Kunst einerseits und von Film und Fernsehen andererseits wird in Studien nachgegangen. 0 morphologische filmanalyse Y2

Der Autor verfolgt ein breites Spektrum der historiographischen Film- und Fernsehanalyse. Er ist besonders verpflichtet der ideologiekritischen Methode S. Kracauers und dem Konzept M. Ferros von Film und Fernsehen als Mittel der „Gegenanalyse“ in der Geschichte. In Anlehnung an die theaterwissenschaftliche Denkfigur der Maskerade versucht der Autor, ein Maskeradentheorem im ideologiekritischen Sinne für die Analyse der Moderne und Postmoderne, für das Star-Problem und für TV-Shows anzuwenden. 

Da Konferenzbeiträge und Studien seit 1978 in diesem Sammelband vereinigt sind, bietet er auch Zugänge zur Diskursgeschichte der Film- und Medienwissenschaft in Deutschland. Überdies sind für die DDR-Forschung interessante Querverbindungen in einigen Studien zu entdecken.


Autorenbiografie1 morphologische filmanalyse X3

Dr. sc. Lutz Haucke (Jg. 1940) war tätig als Oberassistent und Dozent in der Hochschullehre an der Humboldt-Universität Berlin (Theaterwissenschaftliches Seminar, 1978-1998), an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg (1971-1975) und als Honorardozent an der Theaterhochschule Leipzig in den 80er Jahren. Er wirkte mit an mehreren Forschungsprojekten so zur Geschichte der DEFA, zu Phänomenen der Massenkultur, zur Theorie und Geschichte der darstellenden Künste. Als erster Universitätsdozent für Filmwissenschaft in der DDR schuf er Grundlagen für ein filmwissenschaftliches Grundstudium mit den Schwerpunkten „Internationale Filmgeschichte“, „Dramaturgie der AV-Medien“ und „Filmanalyse“ im Studiengang Theaterwissenschaft. Zahlreiche Publikationen in Zeitschriften und Sammelbänden.


Rezension0 morphologische filmanalyse D4

Filmblatt, 10. Jg., Winter 2005, Ralf Forster

Ehemaligen Studenten der Theaterwissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität dürfte Lutz Haucke ein Begriff sein. Kaum einem anderen Dozenten der Geisteswissenschaften gelang es Mitte der 1990er Jahre, eine ab 7.30 Uhr angesetzte Vorlesung bis auf den letzten Platz zu füllen. Seine Ausführungen zur Filmgeschichte und zur Dramaturgie beeindruckten die Hörer, nicht zuletzt deshalb, weil sie stets engegiert vorgetragen und geschickt durch visuelles Material gestützt wurden. Filmhistografie fasste Haucke bei seinen Veranstaltungen immer als transnationalen Prozess auf, als Segment einer umfassenden Medienanalyse, das eng an Beispiele und Konzepte des intellektuellen Kinos der 1940er bis 1980er Jahre geknüpft war.

Neben seinem erfolgreichen Eintreten für eine Weitung der klassischen Theaterwissenschaften zu Film und Fernsehen ist es Hauckes bleibendes Verdienst, dem Autorenfilm in Osteuropa nachgespürt und ihn als kohärentes Phänomen und teilweise gegenkulturellen Impuls zur staatlich sanktionierten Filmproduktion wahrgenommen zu haben.morphologische filmanalyse T5

Nun hat Lutz Haucke 24 seiner zahlreichen Studien in einem schlichten Aufsatzband veröffentlicht - das Konzentrat seiner Forschung zwischen 1978 und 2004. Das Buch ist in einem filmhistografisch/ methodischen sowie einen Teil "Film, Künste, Medien" gegliedert. Während im ersten Abschnitt Texte zu Werksgeschichte und Erzählkonzepten von Autorenfilmern des Spielfilms der 1960er bis 1980er Jahre (tschechische "Neue Welle", Fellini, Kurosawa) dominieren, bringt der zweite Teil Beiträge zur Medienkommunikation beziehungsweise zu Fernsehen und Theater jener Jahre.

So wenig die einzelnen Abhandlungen (aufgrund ihrer unterschiedlichen Entstehungsjahre, der inhaltlichen Vielfalt oder einer disparaten Textur) aufeinander bezogen sind und sich zu einer geschlossenen Lektüre vereinen, so deutlich zeigen sie in der Zusammenschau den Stand und die Entwicklungslinien einer vorsichtig etablierten (und u. a. durch Haucke repräsentierten) Mediengeschichtsschreibung in der DDR an. Ausgehend vom Handwerk, der vergleichenden (Klein-)Arbeit am Material, an Dramaturgien bzw. Inszenierungstechniken bis hin zur Darsteller- und Einzelbildanalyse werden Hypothesen zur sozialen Relevanz des filmisch Verhandelten aufgestellt, Fragen nach der Sprengkraft der Medien als gesellschaftspraktische Orientierungshilfe und Mittel zur Geschichtsdeutung formuliert. Haucke findet dieses Kritikpotential (extrahiert aus dem Einzelwerk oder der Filmgruppe) bei der Nouvelle Vague ebenso wie bei der neuen tschechischen Regissiurgeneration der 1960er Jahre. Allerdings schränkt der werkzentrierte Ansatz die Beweiskraft seiner Darlegungen insofern ein, als Verbreitung und Reflexion dieser "Intellektuellenkulturen" (S. 135), etwa in anderen populären Medien oder im Alltag, in Hauckes Argumentation kaum eine Rolle spielen.morphologische filmanalyse G6

Dass der Autor auch aktuelle Debatten auf Augenhöhe verfolgt, bezeugen seine Ausführungen über die Chancen der Filmforschung innerhalb einer interdisziplinär ausgerichteten Medienwissenschaft. Anhand von neueren Standard- und Einführungsbänden wird zurecht die Tendenz bemängelt, sich von der Praxis (etwa den Prinzipien der Filmherstellung) zu entfernen und zugleich der Selbstbespiegelung über das eigene Instrumentarium (vor allem über die möglichen theoretischen Zugriffe auf das Medienprodukt) immer größeren Raum zu gewähren.

Die etwas sperrige, nicht illustrierte Publikation verdeutlicht den hohen Erkenntnisstand von Haucke insbesondere zum künstlerisch ambitionierten Spielfilm in Europa nach 1945. So ist zu wünschen, dass er sein im Vorwort erwähntes Manuskript zu den osteuropäischen "Neuen Wellen" bald in Buchform vorlegen kann.9 morphologische filmanalyse D7


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